freistehen in Tschechien

Freistehen in Tschechien mit dem Wohnmobil. Wir sind nach Cheb und Marienbad gefahren, haben an einem tollen See gestanden und das Wetter genossen. Vom Kaufrausch bis zur idyllischen Natur, sowie ein Stadtbummel war alles dabei.

Verkehrsregeln in Tschechien
In Tschechien gelten andere Verkehrsregel wie in Deutschland. Hier ein paar zusammen gefasst.
Es muss das Licht eingeschaltet sein (Tagfahrlicht oder Abblendlicht)
Auf Autobahnen sind 130km/h erlaubt
Wichtig: Auf Autobahnen gilt eine Vignettenpflicht, diese bekommst du schon in Deutschland an den Tankstellen Richtung Tschechien
Auf Schnellstrassen darf man 110 km/h fahren
Ausserorts sind 90 km/h die Höchstgeschwindigkeit
Innerorts sind 50 km/h erlaubt

Es gehören noch ein paar Sachen ins Auto: Ersatz-Sicherungen, Ersatz-Glühlampen, Wagenheber, Radmutter-Schlüssel, Verbandskasten, Warndreieck, Schutzweste, Ersatzreifen oder ein Reifen-Repatur-Set

Anfahrt nach Tschechien mit dem Wohnmobil

Wir sind Vormittags losgefahren und gemütlich Richtung Cheb aufgebrochen. Der Plan war zuerst ins Kaufland und wie immer landestypische Leckereien zu besorgen. Etwas Geld abheben, da es in Tschechien keinen Euro gibt sondern Kronen. Zwar kann man fast überall mit Euro bezahlen, aber dann ist meist die Umrechnung etwas anders. Wenn ihr Bar zahlt am besten mit Kronen. Auch bei Zahlung mit der Karte solltet ihr immer Kronen anklicken. Ist meist besser von der Umrechnung, auch werden dann meist keine Gebühren verlangt.

Es war nicht allzu weit nach Cheb, so sind wir mit einer kleinen Pause durchgefahren. Am Kaufland angekommen ging es ab zum Kaufrausch. Es ist in Tschechien immer noch etwas günstiger wie bei uns in Deutschland. Auch hatten wir noch nicht gefrühstückt und waren auf der Suche wie hungrige Wölfe. Ja das passt meistens nicht zusammen, hungrig einkaufen gehen, wer kennt es nicht. So haben wir unseren Wagen recht voll gepackt. Dann alles verräumt im Wohnmobil und auf Platzsuche gehen.

Einen Platz zum freistehen in Tschechien gefunden – Offroad mit dem Wohnmobil

In der Nähe von Cheb gibt es ein paar Seen, da es ja Sommer ist und wir möglichst an einem Badesee stehen wollten war dies unser erstes Ziel nach den Auffüllen der Vorräte. So suchten wir zuerst über Park4Night einen Platz aus. In den Bewertungen stand das die Zufahrt sehr eng und holprig ist. Das kann uns ja nicht abschrecken, wir waren es gewohnt. In Polen sind wir auch solche Strecken reingefahren, um tolle Plätze zu finden.

Also auch hier einfach rein in die Wildnis. Nach einigen 100 Metern wurde es dann aber wirklich sehr eng. Das Kratzen der Zweige auf dem Wohnmobil waren wir bei solchen Strecken ja gewohnt, aber hier wurde es immer lauten. Normalerweise bin ich bei sowas recht schmerzfrei, aber irgendwann wurde es zu viel, da auch der kommende Weg immer enger wurde. So entschieden wir nicht weiter zu fahren.

Da es sehr eng war, war an ein Wendemanöver nicht zu denken. So blieb nichts anderes übrig als rückwärts wieder raus zu fahren. Der Feldweg war so schmal das sich am Spiegel die Zweige so stark stauten, bis er umknickte. Da war der Schreck erstmal gross, der Spiegel ist nach vorne umgeknickt. An aussteigen war erstmal nicht zu denken, da die Büsche auf beiden Seiten waren. Wir setzen noch ein wenig zurück, ich konnte dann aussteigen und den Spiegel wieder richten. Zum Glück war nichts passiert.

Weiter ging es rückwärts raus aus dem Gebüsch. Ein netter Tscheche ist auf Seite gefahren und auch gleich ausgestiegen um zu helfen. Wir konnten so, recht zügig wieder aus dem Feldweg rauskommen. An einem geeigneten Platz wendeten wir und fuhren weiter. Da es an dem See weitere Wege gab, versuchten wir unser Glück an der nächsten Einfahrt. Hier war es nicht ganz so eng, der Feldweg war aber sehr mitgenommen. Es hatte wohl stark geregnet und hier sind einige Fahrzeuge durch. Mittlerweile war es wieder trocken, die Spurrillen sehr tief, versuchten wir da nicht rein zu rutschen. Alles ging gut.

Aber auch hier war uns nicht des Glückes hold, alles belegt. Die tschechischen Camper winkten freundlich, wir hatten bis dahin nur freundliche Menschen kennen gelernt. Das soll nicht heißen das danach unfreundliche kamen. Da an diesem Platz auch alles voll war, fuhren wir weiter.

Glück habt – ein toller Platz zum freistehen gefunden

Nachdem wir erstmal kein Glück bei der Platzwahl hatten, fuhren wir weiter. Der See war gross und wir gaben nicht auf. So kam der nächste Feldweg. Wir sind rein und der Weg war diesmal nicht ganz so eng aber wieder holprig. Wir haben dort gleich am Anfang ein tollen Platz gefunden. Da war eine grosse Familie gewesen, die gerade am zusammenpacken war. So haben wir die Chance ergriffen und gleich den Platz erobert. Um den See herum gab es noch viele weitere Plätze wie ich später sehen konnte. Aber wir standen perfekt.

Mittlerweile war Nachmittag, die Sonne brutzelte und wir hatten Hunger. So stellten wir uns an den Platz und richteten uns ein. Wir machten erstmal was zu essen. Es gab ein spätes Frühstück, wir hatten vom Bäcker bei uns noch Brötchen dabei, jedoch auch im Kaufland die leckeren kleinen Weißbrotstangen die es in Tschechien immer gibt gekauft.

Die kenne ich noch aus meiner Jugend. So schmausten wir in Ruhe unsere Bäuche voll und genossen die tolle Aussicht auf den See. Nachdem wir die wichtigen 15 Minuten abgewartet hatten, nach dem Essen, sind wir gleich in die Fluten gesprungen. Das Wasser war angenehm frisch. Die Außentemperatur hatte schließlich gut 30 Grad. So kam die Erfrischung gerade recht. Auch Colin war gleich im Wasser, wie immer nur bis zum Bauch, aber auch er liebte mittlerweile das Wasser.

Badewetter ausnutzen

Nach einem entspannten Nachmittag kam der entspannte Abend. Wir machten an diesem Tag nicht mehr viel. Einfach mal die Seele baumeln lassen. So haben wir den Abend ausklingen lassen und gingen ins Bett. Der nächste Tag verlief genauso wie der Vorherige Nachmittag. Hier gibt es nicht allzu viel zu erzählen. Wir waren baden und sonnen. Haben unseren Hunger gestillt und abends dann lecker gegrillt. Es gab Hähnchen mit Salat und dem guten tschechischen Weißbrot.

So haben am Abend noch den Sonnenuntergang beobachtet und die Boote die vorbei gezogen sind. Dann haben wir uns fertig fürs Bett gemacht. Die Gasflasche habe ich noch umgeklemmt, da ja bekanntlich diese immer Nachts leer wird. Da der Kühlschrank bei diesen Temperaturen schon genug gekämpft hatte, wollte ich ihn nachts durchlaufen lassen. Tagsüber haben wir einen Ventilator an das obere Kühligitter befestigt. Habe extra einen mit Akku gekauft, recht klein aber ausreichend. So konnten wir bei der Hitze den Kühlschrank doch recht gut auf Temperatur halten. Die Stärke muss ich noch etwas austesten.

In der Nacht weckte mich Martina weil sie etwas gehört hat. Es klang so als wenn jemand auf die Alugasflaschen klopfen würde. Dies war nicht möglich da alles verschlossen war. Also aufgestanden und dann haben wir alle mal rausgeguckt. Es war nichts zu sehen. So bin ich mit Colin mal raus und einmal ums Wohnmobil rum. Alles ordentlich ausgeleuchtet. Es war aber nichts zu sehen, zumindest konnte Colin mal das Beinchen heben, dann ging es wieder ins Bett. Wir haben nicht rausbekommen woher das Geräusch gekommen ist. Beim freistehen ist es immer spannend.

Auf nach Marienbad – eine sehenswerte Stadt

Nachdem nun 2 Nächte freistehen mit dem Wohnmobil hinter uns lag, wollten wir weiter ziehen. Zum einen mussten wir Wasser auffüllen und Entsorgen, zum anderen wollten wir noch etwas erleben. So zog es uns nach Marienbad. Wir suchten uns ein Parkplatz aus und fuhren hin. Dort bemerkte Martina das ihre Sonnenbrille fehlte, nach kurzer Überlegung war klar, die Sonnenbrille konnte nur in Cheb im Sportgeschäft liegen, oder wir hätten sie komplett verloren. Wir entschieden erstmal Marienbad anzuschauen und dann die Sonnenbrille zu suchen.

Stadtbummel in Marienbad

Der Parkplatz war bezahlt und wir liefen los. Es war nicht weit in die Stadt und dank google Maps war der Weg gleich gefunden. Marienbad ist eine sagen wir mal in die Länge gezogene Stadt. Wir haben da keine Rundwege oder ähnliches gefunden. Wir parkten ganz unten an einem Park, von da aus ging es durch die komplette Stadt zum singenden Brunnen bei der Statue des Abtes Reitenberger.

Die Stadt ist wirklich wunderschön, so viele alte Häuser die verziert sind. Wir spazierten gemütlich durch die Stadt, bis der Hunger auf Kuchen kam. Wir suchten uns ein schönes Café aus, in Marienbad gibt es unzählige Cafés, Restaurants und Hotels. Wir waren im Wiener Café und waren froh den richtigen Moment erwischt zu haben. Denn es fing an stark zu regnen.

So genossen wir unsere Kuchen und Apfelstrudel und warteten bis der Regen vorbei war. Dieser war so schnell gegangen wie er gekommen war. Das Wetter zeigte sich dann wieder von der schönsten Seite. Es war nicht zu warm und trotzdem sonnig. Jedenfalls sind wir weiter zum singenden Brunnen und haben die prachtvollen Gebäude angeschaut. So schlenderten wir weiter und waren von Marienbad verzaubert.

Irgendwann sind wir wieder Richtung Wohnmobil gelaufen und haben noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit angeschaut. Zurück sind wir dann auch durch Parks gelaufen. Die waren sehr schön angelegt. Überall wurde gebaut und gegärtnert. Wir können euch nur empfehlen mal in Marienbad halt zu machen, hier könnt ihr euch weitere Informationen holen.

Mit Sonnenbrille auf den Campingplatz

Als wir wieder zurück am Wohnmobil waren haben wir uns überlegt was wir machen wollten. Wir mussten ja auf einen Campingplatz. Da es aber noch nachmittag war sind wir noch schnell nach Cheb gefahren und haben dort im Sportgeschäft gefragt ob die Sonnenbrille gefunden wurde. Zur Freude von Martina war diese noch da. So gab sie ein Finderlohn und wir fuhren weiter.

Wir suchten uns einen schönen Campingplatz zwischen Cheb und Marienbad aus, nicht weit entfernt. Als wir dort ankamen sah er recht vol aus, da dort aber nur 5 Wohnmobile standen dachten wir das es hinten raus noch Platz gibt. Wir konnten diese Nacht nicht mehr freistehen da wir ja Ver- und Entsorgen mussten. Wir fragten ob es noch einen Platz gab, aber es war wirklich voll. Mehr Plätze waren nicht vorhanden. Die Betreiberin war aber sehr freundlich, wir hätten uns noch irgendwo reinquetschen können. Das wollten wir aber nicht.

So sind wir zum nächsten Platz gefahren, dieser war am Stadtrand von Marienbad. Ein sehr natürlicher Campingplatz, ja heute kein freistehen. Wir fuhren rein und sahen das man sich erst um 17 Uhr anmelden konnte. Leider war keine Entsorgungsstation vorhanden. Wir trafen eine nette Camperin die uns zeigt wo alles war. So haben wir Frischwasser getankt und haben uns ein schönen Platz gesucht.

Ein sehr natürlicher Campingplatz

Der Platz ist wirklich schön, man fühlte sich fast wie beim freistehen, nur war der Platz recht schräg und wir hatten alle Mühe das Wohnmobil einigermassen gerade auszurichten. Nach ein paarmal probieren hat es dann geklappt. So nun war auch 17 Uhr und wir haben uns angemeldet. Der Betreiber ist sehr nett und spricht gut deutsch. Nachdem alles erledigt war und wir bestätigt bekommen haben das es keine Möglichkeit gibt Grauwasser abzulassen, war klar ich habe heute noch etwas Bewegung.

So habe ich mir den Eimer geschnappt und das Wasser zur Toilette gebracht. Auch unsere beiden Kassetten waren nun wieder leer und wir konnten uns dem Abend widmen. Da wir ja in Tschechien waren wollte ich natürlich unbedingt Böhmische Knödel essen, so freute ich mich das es an dem Campingplatz ein Restaurant gab. Leider gab es dort keine Knödel, so haben wir selber gekocht.

Nach dem Essen haben wir noch den Abend genossen und die Tiere in der Gegend beobachtet. Es waren Schafe und Pferde auf der Wiese, auch ist immer mal wieder ein Reh vorbei gehüpft. Wie gesagt ein sehr natürlicher Platz, fast wie freistehen. Heute ging es recht früh zu Bett, wir waren ja den ganzen Tag unterwegs. Nach einer ruhigen Nacht gab es dann einen leckeren Kaffee und wir packten langsam zusammen. Wir wollten ja noch einkaufen gehen und schauen wo wir heute landen.

Auf nach Bad Staffelstein

Nachdem alles verstaut war, Frischwasser getankt und alles Entsorgt, sind wir Richtung Kaufland gefahren. In Marienbad gab es auch eins. Wie schon erwähnt gehen wir gerne dort rein, die Auswahl ist riesig. So haben wir uns noch mit vielen Leckereien eingedeckt, diesmal war es so viel das wir im Kühlschrank schon schichten mussten. Dann suchten wir uns einen Platz, der war schnell gefunden, wir fuhren wieder in Richtung Heimat, da der Sonntag nochmal richtig warm werden sollte sind wir noch ein Stück gefahren. Sonst hätten wir am letzten Tag viel fahren müssen, anstatt in der Sonne zu faulenzen.

So kamen wir nach Bad Staffelstein, der Platz war im Grunde recht gut, mitten in der Natur, keine Verbotsschilder somit ein schöner Platz zum freistehen. Es war mittlerweile auch schon Abend geworden, wir hatten Hunger und wollten mal zu Ruhe kommen. Wir schauten uns die Gegend an, da wir ja einen Badetag machen wollten. Der Wassereinstieg war nicht so schlecht, nur war dort ein Angler der alle kleinen Buchten belegte. Er ging dann gegen Abend.

Am nächsten Morgen war er wieder da und belegte wieder die Buchten. Es kamen auch ständig Wanderer und Radfahrer vorbei, So entschieden wir nicht zu bleiben sondern ein anderes Plätzchen zu suchen. Da wir natürlich nicht den schönen Tag mit suchen verbringen wollten, sind wir nach Gemünden gefahren, dort gibt es einen Platz direkt am Main, den haben wir nun mittlerweile sehr oft besucht. Fast schon unser Stammplatz. Auf dem Weg dorthin wollten wir sehen ob es doch noch einen anderen Platz geben würde. Aber wir werden wieder kommen, Bad Staffelstein möchten wir uns auch einmal anschauen.

Fast wieder daheim

Nach ein paar Fehlversuchen mit Plätzen auf der Fahrt nach Gemünden, entschieden wir nun direkt dorthin zu fahren. Gesagt getan. Angekommen sahen wir das schon etwas los war, aber unser Stammplatz gerade frei wurde. Also hätten wir garnicht früher kommen sollen. Wir stellten uns hin und machten erst einmal ein ausgiebiges Frühstück. Dann aber rein ins kühle Nass. Wobei der Main nun nicht mehr ganz so kühl war. Aber für eine Erfrischung reichte es. Wir genossen den Tag in Gemünden mit faulenzen und ein bisschen arbeiten. Dann packten wir zusammen machten uns am Abend auf den Heimweg.

Wir sind noch zum entsorgen gefahren. So ging ein wunderbares Wochenende in der Tschechien vorüber. Das Wochenende war mit vielen Plätzen zum freistehen gespickt, sowie auch ein Campingplatz. Wir haben viel erlebt und auch schön entspannen können.

Freistehen in der Tschechischen Republik

In Tschechien ist freistehen mit Wohnmobil, Wohnwagen oder Van verboten. Wie in fast allen östlichen Ländern sind auch die Tschechen sehr viel in der Natur. Das freistehen wird in ländlichen Gegenden meist toleriert, in der Nähe von grossen Städten oder touristischen Bereichen sollte man natürlich Vorsicht walten lassen. Wenn die Polizei kommt wird man meistens ohne Strafe weggeschickt, wenn es da nicht gerne gesehen ist.

Also schaut euch die Plätze an, redet vielleicht mit Einheimischen dort. Oder wie bei uns schaut ob dort auch andere stehen. Oft sind solche Seen schon mit weiteren Leuten belegt, so kann man davon ausgehen das es keine grossen Probleme geben wird. Dies ist natürlich keine bindende Aussage. Seit einfach rücksichtsvoll, dann ist meistens freistehen ohne Probleme machbar.

Kurztrip nach Tschechien – Freistehen am Badesee

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